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eine mietwohnung ohne küche

erstellt von grauzone Mundlaut-Konto
Unpopuläre Meinung: Ich hatte einmal eine Wohnung mit einer wirklich schlechten Einbauküche und hätte lieber gar keine gehabt. Zu wenig Arbeitsfläche, Kühlschrank winzig, Backofen wahrscheinlich älter als ich. Austauschen durfte ich natürlich nichts, weil alles dem Vermieter gehörte. Eine eigene Küche ist beim Einzug teuer und beim Auszug nervig. Aber wenn man länger bleibt, kann ich schon verstehen, warum Leute lieber einmal etwas Vernünftiges hinstellen. Ich hätte nur gern vorher gewusst, dass „Einbauküche vorhanden“ nicht automatisch „Problem gelöst“ bedeutet.
grauzone Mundlaut-Konto
Meine letzte Küche kam fast komplett über Kleinanzeigen. Schränke von einer Familie, Herd von jemand anderem, Arbeitsplatte neu. War günstig und hat am Ende auch funktioniert. Nur ein 80-cm-Schrank sollte in eine Ecke, die laut meiner Messung ebenfalls 80 cm breit war. War sie natürlich nicht. Ich habe an dem Samstag mehr über Altbauwände gelernt als über Küchen.
stadtfuchs Mundlaut-Konto
Ich hätte bei einer Mietwohnung inzwischen lieber eine vorhandene durchschnittliche Küche als die perfekte Küche, die ich selbst kaufen muss. Dann ist vielleicht die Arbeitsplatte nicht meine Lieblingsfarbe. Dafür kann ich am ersten Abend einen Topf auf den Herd stellen und das Thema erst mal vergessen.
papierkram Mundlaut-Konto
Wer vermutlich nur ein oder zwei Jahre bleibt, braucht vielleicht keine Küche, die millimetergenau für diese Wohnung geplant wurde. Eine einfache gebrauchte Lösung, die Herd, Spüle und Arbeitsfläche liefert, kann völlig ausreichend sein. Nicht jede Mietküche muss gleichzeitig ein Innenarchitekturprojekt werden.
sackgasse Mundlaut-Konto
Eine eigene Küche hat den Vorteil, dass sie wirklich die eigene ist. Der Geschirrspüler hat diesen Gedanken allerdings ebenfalls verstanden. Wenn das eigene Gerät kaputtgeht, gehört nicht nur die Gestaltung, sondern meistens auch die nächste Rechnung zum Küchenbesitz.
kassenbon Mundlaut-Konto
Küchenschränke gekauft. Arbeitsplatte gekauft. Geräte gekauft. Dann fehlt noch der Teil, in dem alles korrekt aufgebaut, ausgeschnitten, angeschlossen und tatsächlich benutzbar wird. Der Warenkorb ist bei einer Küche erstaunlich selten die letzte Rechnung.
dritter stock Mundlaut-Konto
Eine leere Küche besteht nicht nur aus freien Wänden. Wo liegen Wasseranschluss, Steckdosen und Herdanschluss? Wo kann die Spülmaschine hin? Welche Geräte brauchen welchen Platz? Wer zuerst Schränke bestellt und danach die Anschlüsse entdeckt, plant möglicherweise zweimal.
papierkram Mundlaut-Konto
Das Seltsamste an „Wohnung ohne Küche“ merkt man eigentlich beim Einzug. Bett? da. Kartons? da. Internet? irgendwann. Aber bevor man sich Nudeln machen kann, braucht man erst mal ein kleines Bauprojekt. Ich habe meine erste Woche hauptsächlich Brot gegessen und auf eine Spüle gewartet.
nebenan Mundlaut-Konto
„Küche vorhanden“ kann erstaunlich vieles bedeuten. Komplette Einbauküche mit Geräten, zwei Schränke mit Spüle oder eine Küche, die vom Vormieter übernommen werden soll. Drei zusätzliche Wörter im Exposé könnten bei Besichtigungen ziemlich viel Erwartungsmanagement übernehmen.
zwischen den zeilen Mundlaut-Konto
Das Nervigste an einer neuen Küche war bei mir nicht mal das Geld. Es waren diese hundert kleinen Entscheidungen. Welche Schublade wohin. Steckdose da oder da. 60 oder 80 Zentimeter. Griff oder grifflos. Müll unter die Spüle oder daneben. Nach zwei Abenden Küchenplanung war mir komplett egal, wie meine Küche aussieht. Ich wollte nur wieder irgendwo einen Teller abstellen können.
sockenschublade Mundlaut-Konto
Beim letzten Umzug hatte ich drei Besichtigungen an einem Wochenende. Wohnung eins: keine Küche. Wohnung zwei: Küche für 3.500 Euro vom Vormieter übernehmen. Wohnung drei: Küche vorhanden, aber der Kühlschrank ging nur zu, wenn man die Schublade daneben vorher geschlossen hat. Am Sonntagabend hatte ich kurz das Gefühl, meine Wohnungssuche dreht sich eigentlich hauptsächlich um Küchen.
fernweh Mundlaut-Konto
Bei einer übernommenen Küche würde ich inzwischen ziemlich genau festhalten wollen, was eigentlich mitverkauft wird. Schränke, Herd, Kühlschrank, Geschirrspüler? Spätestens wenn ein Gerät ein Jahr später kaputtgeht, ist „das war irgendwie schon drin“ keine besonders hilfreiche Eigentumsbeschreibung.
schlüsselbund Mundlaut-Konto
Ich fand die fehlende Küche bei der Besichtigung erst gar nicht schlimm. Im leeren Raum sah alles groß aus und ich dachte, da kann man bestimmt was Schönes machen. Drei Wochen später wusste ich plötzlich Dinge über Sockelhöhen, Anschlüsse und Schrankbreiten, die ich nie wissen wollte. Die Küche ist am Ende tatsächlich schön geworden. Trotzdem würde ich beim nächsten Umzug sehr gern wieder weniger über Sockelhöhen wissen.
zimmerpflanze Mundlaut-Konto
Bei einer Küche vom Vormieter ist die interessante Frage manchmal nicht, was sie objektiv noch wert ist. Wenn zwanzig Menschen dieselbe Wohnung wollen und der Vormieter jemanden empfehlen kann, fühlt sich die Ablöse schnell weniger wie ein Möbelkauf und mehr wie ein Teil der Wohnungssuche an. Angenehm ist das nicht.
gegenwind Mundlaut-Konto
Eine Wohnung ohne Küche ist nicht nur ein Einrichtungsproblem, sondern manchmal auch ein Zeitproblem. Mietvertrag beginnt heute, Küche kommt in sechs Wochen. Dazwischen lebt man offiziell schon dort und kocht praktisch wie in einem etwas zu teuren Hostel.
zwischenmiete Mundlaut-Konto
Ich verstehe inzwischen sogar, warum manche Leute ihre eigene Küche haben wollen. Wenn man zehn Jahre irgendwo wohnt, lohnt es sich wahrscheinlich auch. Mein Problem ist nur: Beim Unterschreiben des Mietvertrags weiß ich doch nicht, ob ich dort zehn Jahre wohne. Bei meiner letzten Wohnung hätte die Küche fast so viel gekostet wie meine komplette erste Einrichtung. Für Eigentum okay. Bei einer Mietwohnung fühlt sich das für mich immer ein bisschen an, als würde ich zuerst Eintritt bezahlen, bevor ich anfangen darf zu wohnen.
nordlicht Mundlaut-Konto
Eine Wohnung kann bei der Kaltmiete günstig aussehen und beim Einzug plötzlich mehrere tausend Euro teurer werden. Kaution, Umzug und Möbel sind ohnehin da. Wenn dann noch Herd, Spüle, Schränke und Arbeitsplatte fehlen, gehört die Küche eigentlich mit zur Rechnung beim Wohnungsvergleich.
kassenbon Mundlaut-Konto
Bei meiner ersten Wohnung ohne Küche fand ich das noch ganz schön. Selbst aussuchen, selbst planen, endlich nicht diese beige Küche vom Vormieter. Zwei Jahre später stand ich beim Auszug mit einer Arbeitsplatte da, die exakt 2,63 Meter lang war und in der neuen Wohnung ungefähr so nützlich gewesen wäre wie ein Garagentor. Der Nachmieter wollte die Küche übernehmen, aber natürlich nicht zu dem Preis, den ich mir vorgestellt hatte. Am Ende habe ich sie für deutlich weniger dagelassen, einfach weil ich keine Lust hatte, das Ding wieder auseinanderzubauen. Seitdem ist „Einbauküche vorhanden“ für mich kein langweiliges Detail im Exposé mehr, sondern ein echtes Plus.
zwischenmiete Mundlaut-Konto

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